Bei uns steht das Beitragsbild eigentlich auch für die Entscheidung. Wir trinken lieber den Kaffee auf die rechte Variante.
Und dazu benötigt man halt 230V Strom. Da wir nicht immer auf Campingplätzen sind, sondern auch auf Stellplätzen und dann noch vielleicht unterwegs mal einen Kaffee trinken möchten, ja dann braucht man einen Wechselrichter.
dann wollen wir mal anfangen:
| Gerät | Leistung |
| Kaffeemaschine | 1400W |
Jetzt könnte man denken ein Wechselrichter mit 1400W reicht, aber es gibt bei jedem Gerät Anlaufstrom (beim Starten wird mehr Strom benötigt) und ich bin ein Fan davon, immer Reserven zu haben. Daher kommen einfach mal 25% Leistung oben drauf.
| Gerät | Leistung | Reserve | Leistung Wechselrichter |
| Kaffeemaschine | 1400W | 350W | 1750W |
Letztes Jahr hatten wir auch noch (oh wie böse 😈) eine Heißluftfritteuse dabei. Damit konnte man recht schnell tolle Gerichte zaubern und morgens Aufbacksemmeln (Brötchen) zum Frühstück machen. Klar haben wir auch vor Ort Semmeln gekauft, aber das geht halt nicht immer, denn nicht überall ist ein Bäcker in der Nähe. Dieses Jahr sind wir dann schon mal ein paar Wochen unterwegs und so a Semmel ist fei scho was Feines. 😊
Dann wollen wir mal die Tabelle anpassen:
| Gerät | Leistung | Reserve | Leistung Wechselrichter |
| Kaffeemaschine | 1400W | 350W | 1750W |
| Heißluftfritteuse | 2000W | 500W | 2500W |
Damit steht dann fest, das wir einen Wechselrichter mit 2500Watt benötigen und mehr brauchen wir auch nicht, denn der Rest läuft ja über 12 Volt.
Was für einen Wechselrichter?
Und da beginnt jetzt der richtige Spaß, denn die Auswahl ist recht gross, genau so wie die Preisspanne. Nach viel recherchieren haben wir dann eine Kriterienliste mit den „must haves“ geschrieben.
- 2500W Dauerleistung
- Fernbedienung, die den Wechselrichter komplett ausschaltet, kein standby Verbrauch
- bedient nur eine einzelne Steckdose, nicht alle !!!
- funktioniert immer
- ohne Landstrom
- mit Landstrom
- egal welche Absicherung (4,6,10,12,16A)
- ich habe keine Lust im Regen rauszugehen und den Stromstecker zu ziehen damit die Sicherung an der Stromsäule nicht rausfliegt.
Hier gibt es jetzt richtig tolle Lösungen diverser Hersteller.
Viele denken dann an einen Wechselrichter mit Netzvorrangschaltung, der dann auch alle Steckdosen im Wohnmobil bedienen würde. Der Knackpunt jedoch ist, die Absicherung der Stromsäule auf dem Campingplatz/Stellplatz. Die Stellplätze in Frankreich haben meistens nur 6A, sprich man kann maximal 6Ax230V= 1330 Watt nutzen, alles darüber lässt die Sicherung fliegen. Lösung wäre den Landstrom am Wohnmobil auszustecken.
Wenn man nicht den Landstrom abstecken möchte, benötigt man einen Wechselrichter mit Landstrombegrenzung. So kann man einstellen wieviel A er maximal zieht damit keine Sicherung fliegt.
Gehen wir mal zurück zu unserem Fall und betrachten die Heißluftfritteuse. Sie benötigt 2000W, sprich 2000W/230V = 8,69A. Hinzu kämen dann noch die normalen Verbraucher wie Kühlschrank, Licht, USB-Dosen,… und den erhöhten Einschaltstrom der Fritteuse.
Dieser fehlende Strom könnte doch dann einfach zusätzlich aus den Batterien gezogen werden? Ja das geht, diese Funktionalität ist als Power Assist bekannt. Sprich das geht alles und ist auch ziemlich ausgereift.
Aber ?
Jetzt landen wir plötzlich in Preisregionen, die die Nutzung eine Kaffeemaschine oder einer Heißluftfritteuse für uns nicht mehr rechtfertigen.
Und jetzt ?
Die Lösung ist eigentlich recht simpel.
Wir nehmen einen ganz einfachen Wechselrichter, der „nur“ 2500 Watt kann und sonst nichts. Ja ok er muss eine Fernbedienung habe. Da wir eh nur eine einzelne Steckdose damit versorgen wollen, die ihren Strom wirklich nur vom Wechselrichter bekommt, auch nicht vom Landstrom, passt das.
Jetzt ist uns egal, ob Landstrom anliegt oder wie stark dieser abgesichert ist, denn es sind zwei absolut getrennte 230V Stromkreise.
Prima Lösung gefunden, aber …
Ja was noch geprüft werden muss, ob die Leistung der Batterien überhaupt reicht um den Wechselrichter zu bedienen und wie lange halten die Batterien dann durch?
Zum Thema Batterien gibt es einen eigenen Artikel hier: LiFePo Batterien – warum, wie stark, wieviele
Diese Batterien sind parallelgeschaltet und das Batteriemanagement-System kann jeweils 150A liefern. Durch die Parallelschaltung stehen uns als 300A für den Wechselrichter zur Verfügung. Dies wären dann 300Ax12V = 3600W. Passt also.
Nochmals der Hinweis die Nutzung von einer Batterie würde bei uns nicht reichen, denn dann ständen uns maximal 150Ax12V = 1800W zur Verfügung. Daher beim Einsatz eines Wechselrichters nicht nur auf die Kapazität der Batterien (unsere haben in der Summe 280Ah) achten, sondern auch die maximale Dauerstromstärke die das Batteriemanagementsystem (BMS) liefern kann betrachten.
Und jetzt ?
Jetzt haben wir uns für einen Wechselrichter mit 2500W mit Fernbedienung entschieden, diesen eingebaut, überkreuz an die Batterien angeschlossen, einen neue Steckdose gesetzt, diese an den Wechselrichter angeschlossen und eine Fernbedienung eingebaut.
Lustig war es die Kabel zu verlegen, denn die benötigen den passenden Querschnitt (störrisch waren die vielleicht) und auch entsprechende Absicherung auf dem Pluspol. Das Nervigste war jedoch das zusätzliche Brett was ich einbauen musste, damit der Wechselrichter gescheit montiert werden konnte. Und das ganze in einer Sitzbank die voll ist, Gurtrückhaltesystem hat und auch noch ausreichend Lüftung sichergestellt sein musste.
Aber?
Kein Aber, denn das ganze funktioniert. Wir können den Wechselrichter einschalten, die Geräte laufen auf der einen Steckdose. Dadurch gibt es klare Verhältnisse. Ist Landstrom vorhanden, ist es uns egal wie stark der abgesichert ist, denn wir haben ja unseren Wechselrichter. 😊